Die Robinie mit ihren üppigen weißen Blütenständen

Robinie - Baum des Jahres 2020

Die Robinie kommt ursprünglich aus Nordamerika und kam im 17ten Jahrhundert nach Europa. An seiner grauen, ungewöhnlich groben, tief gefurchten Borke und den zartgefiederten Blättern ist sie gut erkennbar. Die Robinie trägt im Frühjahr üppige weiße Blütenstände und ist dann eine wahre Bienenweide. Sie ist beliebt als Alleenbaum, Hecken- und Feldgehölz.

Dank ihres dichten, weit reichenden Wurzelsystems wird sie gerne zur Bodensicherung an Steilhängen, Böschungen, auf Dämmen und offenen Sandflächen eingesetzt. Auch sehen wir sie beispielsweise in den Hohlwegen des Kraichgaus. Innerhalb von Ortschaften wird sie ebenfalls gerne gepflanzt, da sie salz- und immissionstolerant ist und gut mit schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommt.

Das Holz der Robinie ist außergewöhnlich zäh, elastisch und sehr witterungsbeständig. Die Indianer fertigten seinerzeit aus dem Holz ihre Bögen. In Europa wurde Robinienholz früher im Bergbau zur Stollensicherung eingesetzt, da es sich erst verformt und knarrt, ehe es bricht, und so vor drohenden Stolleneinbrüchen warnen konnte. Auch für Rebstöcke, Zaun- und Weidepfähle ist das Holz ideal. Heute wird es im Wasser-, Boots- und Brückenbau eingesetzt und wegen seiner schönen Maserung gerne für Gartenmöbel und Terrassendielen verwendet.

Die Klimaerwärmung könnte die Robinie auch zu einem Hoffnungsträger für unsere Wälder werden lassen. Sie ist kann Hitze und Trockenheit aushalten, wächst ungewöhnlich schnell und ihr Holz ist Spitzenreiter unter den heimischen Hölzern, was Langlebigkeit und Energiegehalt betrifft.

Mehr über die Robinie lesen Sie bei der Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung
Zwei Turteltauben in ihrem Element

Turteltaube - Vogel des Jahres 2020

Die Turteltaube ist die Metapher für Verliebte und steht für Glück und Frieden. Wer kennt nicht die Taube mit Zweig als Symbol für die Friedensbewegung. Christentum ist die Taube das Sinnbild für den Heiligen Geist. Sie ist bei vielen Völkern ein Symbol der Seele.

Ihre heutigen Lebensbedingungen sind allerdings nicht romantisch: Ihr Bestand ist seit 1980 um 90 Prozent geschrumpft – vor allem, weil es kaum noch strukturreiche Wald- und Feldränder gibt. Besonders die industrielle Landwirtschaft hat die Bedingungen für die Turteltaube verschlechtert. Doch nicht nur ihre Lebensräume schwinden, sie ist auch durch legale und illegale Jagd massiv bedroht. Als einzige Taubenart verbringt sie den Winter in Afrika. Allein in der EU werden jährlich rund zwei Millionen Turteltauben auf ihrem Zugweg getötet.

Seit Jahrtausenden nutzen Menschen das Heimfinde-Vermögen von Tauben. Bereits vor 4000 Jahren wurden Botentauben eingesetzt. Erst langsam verdrängte die neue Kommunikationstechnik die Tauben. Heute sind Brieftauben nur noch Hobby.

Doch nicht jeder ist angetan von ihr. Gilt die Taube den einen als Symbol der Liebe oder als schönstes Hobby, wollen andere insbesondere die Stadttauben am liebsten vergiften. Sie gelten als Krankheitsüberträger – völlig zu Unrecht. Durch Vögel auf Menschen übertragene schwere Krankheiten sind extrem selten und treffen in erster Linie Vogelzüchter.

Mehr über die Robinie lesen Sie beim NABU

Die Wegwarte mit ihren himmelblauen Blüten

Wegwarte - Heilpflanze 2020

Die Wegwarte trägt ihren Namen zurecht – finden wir Sie doch im Spätsommer an vielen sonnigen Feld- und Wegrändern sowie auf Brachland. Die mehrjährige, bis 1,5 m hohe Staude, ist eine Überlebenskünstlerin. Bienen lieben sie und auch uns erfreut sie mit ihren zarten, himmelblauen Blüten. Allerdings nur wenn wir früh genug unterwegs sind. Schon um die Mittagszeit schließt sie ihre Blütenköpfe.

Der botanische Name der Wegwarte lautet: Cichorium intybus. Mancher erinnert sich vielleicht noch an den „Zichorienkaffee“, auch „Muckefuck“ genannt. Dieser wird aus der Wurzel gewonnen. In Nordfrankreich gilt dieser als regionale Spezialität. Dort und in Belgien wird die Zuchtform Cichorium sativum im großen Umfang auf Feldern angebaut. Die bekannten Salate Chicorée und Radicchio stammen übrigens von der Wegwarte ab. Das war wohl eine Zufallsentdeckung. Man erzählt sich, das belgische Bauern nach einer ertragreichen Ernte Wurzeln übrig hatten, die sie wieder einsetzten. Ein paar Wochen später entdeckten sie mit Erstaunen, dass aus den Wurzeln schmackhafte helle Blätter gewachsen waren. 

Die Wurzel der Wegwarte ist ein traditionelles Arzneimittel und wird bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, langsamer Verdauung und zeitweisem Appetitmangel angewendet. Der Inhaltsstoff Inulin sorgt für eine gesunde Darmflora, indem es die nützlichen Bakteriengruppen im Darm stärkt. Bitterstoffe regen Speichelfluss und Magensekretion an und wirken galle- und harntreibend. Die Blüten können als essbare Dekoration für Salate, Brotaufstriche oder Suppen verwendet werden.

Mehr über die Wegwarte lesen Sie beim Verein NHV Theophrastus